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Vergänglichkeit

Mai 2022

Alles Materielle, Grobstoffliche ist vergänglich; nichts davon hat wirklich dauerhaften Bestand. Es geht irgendwann – früher oder später aber mit absolut tödlicher Sicherheit – den Weg des Wandelbaren und Sterblichen, löst sich in seine molekularen Bestandteile auf resp. wandelt sich in diese zurück. Obwohl die Grobmaterie also scheinbar für immer vergeht und verschwindet, wandelt sie doch nur ihre Form, bildet sich im Zusammenschluss mit anderen Molekülen und greifbaren Stoffen zu neuen Substanzen, die wiederum Nährstoff werden für Lebewesen wie Pflanzen, Getier, Tiere und den Menschen, denn sie alle brauchen grobmaterielle Substanzen zum Leben und Erhalten ihrer Körper. Somit schliesst sich der Kreislauf des materiellen Lebens – in Analogie – wie bei einer Schlange, die sich in den Schwanz beisst resp. wie bei der symbolträchtigen Ziffer 8 (Acht), die so anschaulich das ewige, unendliche Werden, Vergehen und Wiederwerden des Lebens verkörpert. 

Es ist sinnlos, sich an das Alte, Vergangene und das aktuell Lebende, aber doch Vergängliche jeder Form zu klammern, um es festhalten, konservieren oder sogar aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart holen zu wollen. Denn die Vergangenheit ist unwiderruflich vorbei und kann mit keiner Macht der Welt wieder lebendig oder aktuell gemacht werden. Auch eine Zeitreise in die Vergangenheit würde daran rein gar nichts ändern, denn das durch den Zeitablauf in die Vergangenheit Entrückte kehrt niemals wieder, so traurig und schmerzlich das auch im jeweiligen Fall eines Menschen, einer Begebenheit, eines Besitztums, eines Gefühls usw. auch immer sein mag. Wir können vor Wut schreien, vor Verzweiflung und Ohnmacht weinen, mit den Füssen vor Zorn auf den Boden stampfen, uns wie wild im Kreise herumdrehen, uns auf den Kopf stellen oder Gott und die Welt verwünschen und verfluchen – es nützt alles nichts. Und das ist auch gut so! Denn das Alte und Vergangene muss sich ganz einfach auflösen, verschwinden, umwandeln und dem Neuen, Frischen und Unverbrauchten Platz machen und dienen, weil nichts im Leben und nichts im ganzen Universum jemals stillstehen, stagnieren oder einfach leblos und bewegungslos sein könnte. Nur durch das allgrosszeitliche Evolutionieren, das unaufhörliche Lernen und das aus dem Innersten kommende, urgewaltige Streben allen Existenten hat das Leben einen wirklichen, tiefen Sinn und kann hoffnungsfroh, mitunter ungestüm, aber immer voller Kraft und Energie nach vorne streben, sich verwirklichen, umwandeln, wieder neu und letztendlich wissender und weiser werden. Nichts kann dieses schöpferische Streben aufhalten oder bremsen, denn seine Energie ist die rein-schöpfungsenergetische, feinststoffliche Energie und Kraft der Schöpfung-Universalbewusstsein selbst, die alles Leben speist und die alles Leben kreiert und durch den schöpferischen Odem belebt hat. Also wäre es sinnlos, sich gegen das Vorwärtsdrängen, Evolutionieren und Streben der Natur und des Menschen selbst (der ein brillant wichtiger Teil der Natur und Schöpfung ist) zu wehren, denn diese universelle Energie ist das Leben selbst und der unzerstörbare Urgrund allen Seins und SEINs, angefangen von der niedersten Schöpfungsform unserer Schöpfung-Universalbewusstsein bis hinauf zur höchsten Absolutumform des SEIN-Absolutum.

In all dies wunderbare Sein (Grob-Materie) und SEIN (Feinststofflichkeit-Schöpfungsenergie) ist der Mensch als materielle und zugleich schöpfungsenergetische Lebensform eingeordnet, denn sein Innerstes, ihn belebendes, eigentliches Wesen ist die schöpferisch-natürliche Schöpfungsenergieform, die als Teilstück der Schöpfung-Universalbewusstsein direkt von ihr erschaffen resp. kreiert wurde, um ihr selbst bei ihrer Evolution zur relativen Vollkommenheit behilflich und dienlich zu sein. Dies nicht als Sklave oder willenloses Werkzeug der Schöpfung, sondern als Individuum mit einem vollkommen freien Willen und freier Entscheidungskraft, jedoch gebunden durch das Kausalitätsprinzip an das Gesetz von Ursache und Wirkung und an andere unumstössliche Prinzipien, wie die Wiedergeburt der Schöpfungsenergieform in immer neuen Menschen mit einer jeweils neuen Persönlichkeit. Das zu erkennen und danach zu leben, ist der eigentliche Sinn und Zweck des Menschen; und wenn er das einmal wahrhaftig erkannt hat und wirklich danach lebt, dann wird er innerlich frei, strebt nach Weiter- und Höherentwicklung seines Bewusstseins und damit seiner Schöpfungsenergie und beschreitet freudig, unverzagt und in Gewissheit der Unsterblichkeit seiner Schöpfungsenergieform den Weg der Evolution.
 

Symbol für ‹Unendlichkeit›

 

 


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Artikel: Leseprobe aus dem Buch ‹Einsichten auf dem Weg zum effektiven Menschsein›) von Achim Wolf (Einige Rechte vorbehalten)