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Die Geisteslehre leben

7. Juni 2012
Gedanken über das Weitergeben wahrer Menschlichkeit an unsere Nachkommen


Gerade in der heutigen Zeit, in der die menschlichen Werte anscheinend mehr und mehr verlorengehen, ist es von dringender Wichtigkeit für das ethische und moralische Überleben unserer irdischen Menschheit, dass wir unsere Nachkommen nach schöpferisch-natürlichen Gesichtspunkten erziehen und ihnen dabei helfen, starke, selbstdenkende und eigenverantwortliche Menschen zu werden, die diesen Namen wahrheitlich verdienen.

Die Werte der schöpferisch-natürlichen Wahrheit und der wahren Menschlichkeit sind wie kostbare Juwelen, die unbeachtet am Rand der Strasse liegen, die in die Zukunft der Erdenmenschheit führt. Die grosse Masse der von Wahrheitsblindheit, Materialismus, Kultgläubigkeit und Selbstherrlichkeit geschlagenen Erdenmenschen will diesen kostbaren Schatz jedoch in ihrem überheblichen Grössenwahn einfach nicht wahrnehmen und geht achtlos an der Chance vorbei, sich eine glänzende Zukunft zu erschaffen. Daher müssen wir, die wir die Geisteslehre, den ‹Kelch der Wahrheit› der Siebenerreihe der Propheten aus der Geistformlinie Nokodemions, kennen und studieren und diese für uns selbst und für alle unsere aktuellen und fernen Nachkommen in der Schule des täglichen Lebens verwirklichen. 

Das Studium der Geisteslehre ist nicht nur sinnvoller Selbstzweck, der die eigene Evolution vorantreibt und damit ein Stück weit die Evolution der Schöpfung selbst bereichert. Es beinhaltet ebenso die Weitergabe des Gelernten und der Werte des wahren Menschseins an die eigenen Kinder und Kindeskinder resp. schlicht und einfach an alle Menschen, denen man im Leben begegnet und mit denen man direkt oder indirekt zu tun hat. Die Wahrheit ...

«Wahrheit ist Gewissheit in Erkennung der Wirklichkeit» 

‹Kelch der Wahrheit›, Abschnitt 15, Satz 4) 

... soll keine schöne Theorie sein, sondern eine gelebte und lebendige ‹Lehre des Lebens›. 

Die Qualität unseres Zusammenlebens und der Evolutionsstand der Wir-Gemeinschaft aller Menschen beruht auf dem Naturgesetz der Wechselwirkung. Die Wirkkräfte unserer Gedanken, der Gefühle, der Psyche und der zahlreichen Bewusstseinsformen, die uns zum unverwechselbaren menschlichen Individuum machen, bestimmen das Zusammenspiel mit den Mitmenschen und der gesamten grob- und feinstofflichen Umgebung wie beim Zusammenspiel eines grossen Orchesters, von dessen Qualität das harmonische Klingen einer Symphonie abhängt. Alles, was wir bewusst oder unbewusst denken, fühlen und tun, wirkt sich auf alles und jedes um uns herum aus. 

Am unmittelbarsten wirkt unser menschlich-charakterliches Erscheinungsbild auf das Zusammen­leben mit dem Lebenspartner und den Kindern. Kleine Kinder akzeptieren das Verhalten eines Erwachsenen als richtig. Und sie betrachten es darüber hinaus als unbedingtes Vorbild für sich selbst. Das gilt vor allem dann, wenn es um feste Regeln geht. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler aus Leipzig, die kleine Kinder bei einem fiktiven Spiel beobachtet haben (Pressebericht vom Februar 2010). Die Forscher empfehlen deshalb, diesen Zusammenhang im Umgang mit Kindern nicht zu vergessen – um nicht versehentlich ein schlechtes Beispiel zu liefern. Hannes Rakoczy und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie fanden heraus, dass das Vertrauen in die Erwachsenen sehr gross ist. Offenbar ist es so gross, dass Kinder sogar korrigierend eingreifen, wenn sie beobachten, dass jemand den Anweisungen eines Erwachsenen nicht folgt. Offenbar bewerten die Kleinen also das von den Erwachsenen gezeigte Prinzip nicht nur als das bessere, sondern sogar als das grundsätzlich richtige und speichern es als eine Art Standard ab. Das macht uns klar, welch riesige Verantwortung wir als Eltern oder sonstig Erziehungsberechtigte im Umgang mit den uns schutzbefohlenen Kindern haben. Sie vertrauen uns quasi blindlings und nehmen alles, was wir vorleben und vormachen, als gegebene Wahrheit hin. Ihr Bewusstsein und ihre Psyche sind noch wie ein brachliegender, fruchtbarer Garten, der nur darauf wartet, mit lebentragenden, gesunden Keimen und Samen bepflanzt zu werden, woraus dann ein starker Baum der Persönlichkeit erwachsen kann, der allen Stürmen des Lebens standhält – oder aber ein schwaches, haltloses Gewächs ohne Saft und Kraft, wenn in das kindliche Bewusstsein keine gesunden Samen und Keime in Form kraftvoller, beständiger menschlicher Werte gelegt werden, die wachsen, gedeihen, erblühen und reiche Früchte tragen können.

Richtige Kindererziehung ist zugleich eine wertvolle Selbsterziehung, denn der Erziehende kann dem Kind nur dann ein gutes Vorbild sein, wenn er sich selbst in allen Dingen kontrolliert und die Tugenden eines wahren Menschen in sich erschafft. Es nützt nichts, die Welt verbessern zu wollen, wenn nicht zuvor die eigene Welt des Mentalblocks, des Bewusstseins, der Gedanken, der Gefühle und der Psyche, neutral-positiv aufgebaut resp. mit positiven Werten gebildet und evolutioniert wird. Nur was der Mensch in sich trägt, kann er nach aussen abstrahlen und an seine Umgebung weitergeben.

Dinge, die du beachten solltest

  1. Betrachte dein Kind als einen vollwertigen Menschen, der genau die gleichen Rechte hat wie du selbst als Erziehungsberechtigter und Mensch.
  2. Fördere die Selbständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Freiheit deines Kindes.
  3. Sei deinem Kind gegenüber ehrlich und beantworte seine Fragen wahrheitsgemäss. Ein Kind ist kein kleines Dummerchen, sondern ein heranwachsender Mensch, der ein Recht auf Wissen und Wahrheit hat.
  4. Interessiert sich dein Kind dafür und fragt es nach der Meditation, dann kannst du es zur altersgerechten Meditation anleiten; dies kann bereits früh durch eine einfache, neutrale Übung der Achtsamkeit beginnen (siehe FIGU-Buch ‹Meditation aus klarer Sicht›). Achte aber streng darauf, dass du dein Kind nicht infiltrierst.
  5. Belehre dein Kind um die schöpferisch-natürlichen Gesetze und Gebote, sobald es danach fragt, und bleibe dabei stets bei der Wahrheit.
  6. Nimm dir möglichst viel Zeit für dein Kind.
  7. Stärke das Selbstvertrauen deines Kindes, indem du es ermunterst und seine Leistungen anerkennst.
  8. Sei deinem Kind in allen Dingen ein gutes Vorbild.
  9. Gib deinem Kind Liebe, Verständnis, Vertrauen und Geborgenheit – alles Werte, die du nur dann weitergeben kannst, wenn du sie in dir selbst aufgebaut hast.
  10. Sei geduldig und ruhig deinem Kind gegenüber, denn die Geduld ist die Mutter vieler weiterer Tugenden, und dein Kind ist ein ­lernendes Menschenwesen, dessen Psyche auf deine Geduld, Nachsicht, Güte und Sanftmut angewiesen ist.
  11. Indoktriniere dein Kind nicht mit kultisch-religiösen Irrlehren und mit dem Glauben an einen irrealen Schöpfergott, an Götter, Götzen, Heilige, Engel, anbetungs- oder verehrungswürdige Menschen usw.
  12. Übe keinerlei physische oder psychische Gewalt oder Zwang auf dein Kind aus, denn Gewalt und Zwang wirken stets zerstörerisch und sind schöpfungswidrig.
  13. Erkenne deine Verantwortung deinem Kind gegenüber und stehe voll und ganz dazu.
  14. Belüge dein Kind nicht, sondern sag offen, dass du etwas nicht weisst, anstatt ihm dumme Geschichten zu erzählen, denn das wäre respektlos deinem Kind gegenüber, und du würdest dich damit selbst zum Narren machen.
  15. Beantworte die Fragen deines Kindes mit Verstand und Vernunft, denn Kinder denken oft vernünftiger als viele Erwachsene, was letzteren leider meist nicht bewusst ist.
  16. Nicht nur dein Kind ist lernbedürftig, sondern auch du selbst. Durch das Belehren lernst auch du selbst sehr viel von deinem Kind resp. über dich selbst, denn alles, was du gibst, kommt in ­irgendeiner Form wieder zu dir zurück.


Kinder fragen Erwachsene danach, warum sie leben und woher sie kommen. Leider hören sie im Laufe ihres Lebens meistens irgendwann auf, danach zu fragen und geben die Suche nach dem Sinn des Lebens auf, wenn ihnen in der Zeit des Heranwachsens kein Wissender die Wahrheit vermittelt hat. Sie werden dann zwar körperlich erwachsen, können sich aber mangels eigener Bemühungen um die Wahrheit nicht von ihrer Unwissenheit, ihrer Unwahrhaftigkeit und ihrem wirklichkeitsfremden Glauben lösen und bleiben in ihrem Wissen wie kleine Kinder. Die Aufgabe aller Geisteslehre-Studierenden ist es, dieser Unwissenheit gegenzusteuern und den Kindern auf die essentiellen Fragen des Lebens wahrheitsgemäss vernünftige Antworten zu geben, die nicht auf religiösen oder esoterischen Irrlehren beruhen, sondern auf den logisch begründeten, verständlich nachvollziehbaren und sich stets erweiternden Fakten und Wahrheiten der ‹Lehre der Wahrheit, Lehre des Geistes, Lehre des Lebens›, ohne sie jedoch damit zu infiltrieren.


von Achim Wolf, Deutschland
 


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Artikel: Leseprobe aus dem Buch ‹Einsichten auf dem Weg zum effektiven Menschsein›) von Achim Wolf (Einige Rechte vorbehalten)